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Der Hockeykapitän, der mich hasst, Roman · Kapitel 1 von 24

Kapitel 1: Schwarzes Eis

Trent Maddox nahm mir am Montagmorgen um fünf Uhr fünfzehn schon wieder meine Eiszeit weg.

Er tat es wie alles andere auch: mit einem Lächeln und einem Zettel in der Hand.

„Eine Anweisung des Sportdirektors“, sagte er. „Das Hockeyteam hat die Halle jetzt ab halb sechs. Tut mir leid, Hedlund.“

Es tat ihm nicht leid.

Hinter ihm lehnten sechs Hockeyspieler mit ihren Schlägern an der Bande und sahen den Eiskunstläufern zu.

Ich war mitten auf dem Eis, mitten in meiner Kür, und die Cellomusik lief noch.

Ich glitt zur Bande und bremste so hart, dass Schnee auf seine Schuhe spritzte.

„Der Eislaufverein hat das Eis bis halb sieben“, sagte ich. „Das steht im Belegungsplan. Seit vier Jahren.“

„Pläne ändern sich.“

„Gib mir den Zettel.“

Er hielt ihn so hoch, dass ich ihn lesen, aber nicht erreichen konnte.

Unten stand Gavin Prescotts Unterschrift, aber ein Grund wurde nicht genannt.

Trent beugte sich näher zu mir. „Ehrlich gesagt, bist du die Einzige, die was draufhat. Deshalb tut’s mir leid.“

Er lächelte. „Aber niemand bezahlt dafür, einem Mädchen dabei zuzusehen, wie es sich im Morgengrauen im Kreis dreht.“

Die Hockeyspieler lachten.

Einer von ihnen drehte seinen Schläger einmal über dem Kopf, und die anderen lachten noch lauter.

Meine beste Freundin Britt glitt neben mich, ihr rotes Haar unter der Mütze hochgesteckt.

„Han“, sagte sie leise. „Lass es.“

Tat ich nicht.

Vor ihren aller Augen schnürte ich meine Schlittschuhe auf, ganz langsam, und trug sie an den Schnürsenkeln hinaus.

Britt folgte mir.

Auf dem Flur vor den Umkleiden sagte sie: „Ich hab eine Sprühflasche in meiner Tasche.“

Ich blieb stehen.

„Warum hast du eine Sprühflasche in deiner Tasche?“

„Für meine Haare. Warum siehst du mich so an?“

Ich sah zur Tür am Ende des Flurs.

Sie führte zum Tunnel, dem Betongang, durch den das Hockeyteam jeden Morgen aufs Eis kam.

Ständig zog kalte Luft hindurch, und am Tunneleingang lag bloß eine Gummimatte auf dem Boden.

„Sie kommen um halb sechs da raus“, sagte ich.

„Hanna Hedlund“, sagte Britt. „Du bist ein guter Mensch.“

„Ich weiß.“

„Ziehen wir’s durch?“

Wir zogen es durch.

Britt sprühte, ich fächelte, und in vier Minuten hatte sich über den gesamten Tunneleingang eine dünne, klare Eisschicht gelegt.

Die Kälte ließ sie gefrieren.

Um fünf vor halb sechs glänzte sie.

Es war ein Streich, ein kleiner.

Ich wollte, dass Trent Maddox als Erster herauskam, mit seinem blöden Zettel und seinem blöden Lächeln, und vor seinen Freunden hart auf dem Hintern landete.

Mehr wollte ich nicht.

Wir gingen zur Glasscheibe hinter der Gästebank, und ich behielt meine Schlittschuhe auf dem Schoß.

Um fünf Uhr einunddreißig kam das Team den Tunnel entlang.

Zuerst hörte ich die Schläger, die auf den Beton klopften.

Dann trat der Erste nach draußen und auf die glänzende Fläche.

Es war nicht Trent.

Es war Henrik Broten.

Er war der Hockeykapitän, eins dreiundneunzig groß, mit breiten Schultern und einer Narbe am Kinn.

Sein grauer Blick war noch nie freundlich zu mir gewesen.

Sein Schlittschuh traf die Fläche und rutschte weg.

Ich sah, wie seine Arme hochschnellten.

Ich sah, wie er versuchte, sich an der Bande abzufangen, aber seine Hand griff ins Leere.

Er stürzte seitlich zu Boden, den linken Fuß noch aufgesetzt.

Das Geräusch war ein kurzes, dumpfes Knacken, wie ein Ast, der unter Schnee bricht.

Niemand lachte.

Henrik lag auf dem Rücken auf dem Eis, die Augen geschlossen und die Zähne zusammengebissen.

Dann drehte er sich auf die Seite und stieß einen Laut aus, den ich nie vergessen werde.

„Kapitän!“, schrie jemand.

Alle rannten gleichzeitig los.

Trent war als Erster bei ihm, kniete sich hin und sagte: „Nicht bewegen, Mann, nicht bewegen.“

Hinter ihm drängte sich das ganze Team zusammen.

Ich stand an der Glasscheibe, die Schlittschuhe auf dem Schoß, und meine Knie waren wie Pudding.

Britt packte meinen Arm. „Han. Han, wir müssen weg. Sofort. Niemand hat uns gesehen.“

„Henrik ist verletzt.“

„Niemand hat uns gesehen.“

Ich sah zum Tunneleingang, wo die glänzende Schicht immer noch den Boden bedeckte.

Jemand würde sie entdecken.

Jemand würde den Sprühnebel am Rand sehen, die Flasche, und fragen, wer einem Mann so etwas am Knöchel antun würde.

Und Trent war direkt hinter ihm gewesen. Trent würde es gut gehen.

Ich ging die Treppe hinunter.

Meine Beine fühlten sich an, als gehörten sie jemand anderem.

„Ich war’s“, sagte ich.

Niemand hörte mich.

Ich sagte es noch einmal, lauter, und die ganze Halle drehte sich zu mir um.

„Ich war’s. Ich hab das Wasser auf den Boden gesprüht. Ich wollte Trent erwischen. Nicht ihn.“

Es wurde vollkommen still.

Britt kam hinter mir die Treppe hinunter und nahm meine Hand.

„Wir waren beide daran beteiligt“, sagte sie.

„Nein“, sagte ich. „Das war meine Schuld.“

Trent stand langsam auf. Sein Gesicht war weiß und leuchtete vor Freude.

„Du hast das getan?“, sagte er. „Du hast ihm das Bein gebrochen?“

„Den Knöchel“, sagte jemand.

„Sie wird von der Schule geworfen“, verkündete Trent genüsslich der ganzen Halle.

Henrik öffnete die Augen.

Er sah mich an.

Vor Schmerz war sein Gesicht so weiß wie das Eis, und die Narbe an seinem Kinn trat deutlich hervor.

Ich wartete auf das Schlimmste, was er je zu mir gesagt hatte.

Er hob den Kopf einen Zentimeter vom Eis, damit alle sehen konnten, zu wem er sprach.

„Fasst sie nicht an“, sagte Henrik.

Dann sagte er es mit derselben harten Stimme zu den Sanitätern, die mit der Trage hereingerannt kamen.

„Und wenn ich aus dem Krankenhaus zurückkomme, gib sie mir.“

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